@Christian Drosten wundersamer Weg auf die Lehrstühle der Charité


Corona Doks (feed@www.corodok.de)2020-08-07 13:39:39:

C. Drostens wundersamer Weg auf die Lehrstühle der Charité

Christian Drosten ist auf ungewöhnlichen Wegen an eine Professur der Berliner Charité gelangt. Dazu gehören folgende Sachverhalte:

    • eine Doktorarbeit von 2001, die sehr viele Fragen aufwirft
    • der Verzicht auf eine Habilitation bei der Berufung
    • der Umstand, daß die Professur einem Institut zugehörig ist, das von der Milliardärsfamilie Quandt initiiert und alimentiert wird.

Merkwürdigkeiten um die Doktorarbeit

Irritierend ist, daß in zwei vermutlich von Drosten selbst verfaßten Lebensläufen einmal das Jahr 2000 und ein anderes Mal das Jahr 2003 dafür genannt werden. Auch die Themen der Promotion sind hier nicht identisch. (Belege hierzu und dem Folgenden hier.)

Fakt ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand: 2001 reichte Drosten eine Dissertation an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main ein. 2003 wurde sie mit der Höchstnote bewertet.

Erst 17 Jahre später und erst auf öffentlichen Druck wurden im Online-Katalog der UB 2 Exemplare der Arbeit aufgeführt, von denen eines nur für den Lesesaal zur Verfügung gestellt wird. Beide galten wochenlang als ausgeliehen und nicht vormerkbar. Noch heute ist dies so, bei einem Exemplar bis zum 25.1.21. Eine Anfrage an den Scan-Service der Bibliothek wurde abgelehnt, weil urheberrechtlich geschützte Werke erst „70 Jahre nach dem Tod des Urhebers“ gescannt werden dürften. Darüber hinaus führte die Hochschule einen ominösen Wasserschaden an, der alle Exemplare der Dissertation beschädigt habe. Ein Antrag von Dr. Kühbacher vom 20.7., Einsicht in die Promotionsakten im Universitätsarchiv zu nehmen und den Schaden zu begutachten, wurde bis heute offenbar nicht bearbeitet.

In der Deutschen Nationalbibliothek (DNB), der Pflichtstelle für Dissertationen, gab es bis zum 13.7.2020 keinen Eintrag für die Arbeit. Erst an diesem Tag, 17 Jahre nach Fertigstellung der Promotion, wurde sie dort verzeichnet.

Inzwischen war es möglich, bei der DNB 75% der Arbeit (woher kam sie plötzlich?) zu kopieren. Der Grund für diese Beschränkung ist unklar. Anders als die Universität behauptet, handelt es sich bei diesem Text um eine Monographie und nicht um eine dreiteilige Artikelserie. Hinzu kommt: Keiner der drei genannten Artikel wird in der Monographie erwähnt, die UB führt sie nicht in ihrem Katalog, einer davon ist bislang trotz intensiver Recherchen auch sonst nicht erhältlich (dazu bald mehr). Näheres hier.

Es geht auch ohne Habilitation

Nach academics.de, dem Portal der „Zeit“ für Forschung und Lehre, gilt:

»[i]Die Landeshochschulgesetze schrei­ben vor, dass Universitätsprofessoren – anders als ihre Kollegen an der Fachhochschule – neben der Promotion „zusätz­li­che wis­sen­schaft­li­che Leistungen“ vor­wei­sen müs­sen. Das kann zum einen die Habilitation sein, zum ande­ren aber auch die Juniorprofessur, die Leitung einer Nachwuchsgruppe oder eine ande­re eigen­stän­di­ge wis­sen­schaft­li­che Tätigkeit mit einem adäqua­ten Publikationsvolumen…

So kommt man in bestimm­ten Fächergruppen wie in der Medizin und den Geisteswissenschaften oft nicht um die Habilitation her­um. Bei der Berufung ach­ten die Universitäten nicht allein auf die fach­li­che Qualifikation der Bewerber, son­dern auch auf deren inter­na­tio­na­le Vernetzung und Kontakte zu poten­zi­el­len Drittmittelgebern.«

Es mag sein, daß bei der Berufung nach Berlin die Qualifikation nicht mehr geprüft wer­den muß­te, da Herr Drosten bereits als Univ.-Prof. der Universität Bonn galt.

Die Hochschulen muß­ten Gründe haben, vom übli­chen Verfahren abzu­wei­chen und auf eine Habilitation zu ver­zich­ten. Hier sei dahin­ge­stellt, ob eher die inter­na­tio­na­le Vernetzung oder die Kontakte zu poten­zi­el­len Drittmittelgebern aus­schlag­ge­bend waren.

Professor von Quandts Gnaden

»Prof. Dr. Christian Drosten hat seit dem 1. März eine W3-BIH-Professur für Virologie an der Charité inne. Damit ein­her gehen die Leitung des Institutes für Virologie der Charité und des Fachbereiches Virologie bei der Labor Berlin GmbH sowie der Aufbau einer BIH-Forschungseinheit Virologie im Rahmen des Forschungsprogramms Personalisierte Medizin.«

teilt die Charité in ihrem Jahresbericht für 2017 mit.

Hier wurde gezeigt, daß das BIH (Berlin Institute of Health) von der Milliardärsfamilie Quandt initiiert und gesponsert wurde. Stefan Quandt selbst ist stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats der von Johanna Quandt ins Leben gerufenen Stiftung Charité und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung. Eines von zwei Vorstandsmitgliedern der Stiftung Charité ist Jörg Appelhans, „seit 2000 per­sön­li­cher Referent der Familie Quandt“.

Damit das Bild rund wird: Mitglied im Stiftungsrat ist auch Prof. Dr. Brigitte Oetker, lang­jäh­ri­ge Geschäftsführerin des Kulturkreises der deut­schen Wirtschaft im BDI e.V. Sie ist die Ehefrau von Arend Oetker, Chef der Dr. Arend Oetker Holding GmbH & Co. KG und u.a. Präsidiumsmitglied der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

Arend Oetker sitzt gemein­sam mit Dr. Constanze Landt im exklusiven Förderkreis der Deutschen Oper Berlin (siehe Stiftung Charité – fest in der Hand der Wirtschaft). Constanze Landt ist Ehefrau von Olfert Land und Managerin in mehreren gemeinsamen Unternehmen. Beide sind NutznießerInnen einer engen Kooperation mit Christian Drosten, der Charité und dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin bei der Entwicklung von Tests nicht nur in Sachen Corona.

Kann Drosten unabhängiger Berater sein?

Wir haben es also bei Herrn Drosten mit einem Mann zu tun, dessen Promotion Anlaß zu Zweifel gibt, der sich nicht habilitiert hat und dessen Professur an der Charité sehr wirtschaftsnah ist. Das sollten Gründe sein zu hinterfragen, ob so jemand geeignet ist, über ganze Volkswirtschaften und die Etablierung und Aufrechterhaltung von Notstandsverordnungen entscheidend mitzureden.

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